Wir lieben Chesterfields! Das zeitlose Design mit diesem einmalig schönen und aufwändigen Rautenmuster bringt unser Möbelherz immer wieder auf´s Neue in Wallung!

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Warum? Weil Sitzmöbel im Chesterfield-Stil nicht einfach nur gut aussehen. Sie besitzen Geist, Stil und vor allem eine wunderbare Geschichte, die beweist, dass echte Kultstücke (Menschen wie Möbel) die Jahrhunderte spielend überdauern!

Von Lord Chesterfield und der Suche nach einem bequemen Sofa

Dem hochbetagten 4. Earl of Chesterfield Philip Stanhope war Anfang der 1770iger Jahre schlicht furchtbar langweilig. Nach einem aufregenden Leben hatte er sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen, um sich seiner Schriftstellerei zu widmen und das Rentnerleben zu genießen. Doch so richtig glücklich war er mit der Situation jedoch nicht, denn er bemerkte über sich und einen befreundeten Feldmarschall in seiner fein-ironischen Art: „Tyrawley und ich waren […] tot, zogen es aber vor, das für uns zu behalten.“

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Kein Wunder, dass Chesterfield sich im Alter langweilte! Schließlich war er in jüngeren Jahren Mitglied des House of Commons und des House of Lords unter King George I und II gewesen, hatte als Botschafter der britischen Krone in den Niederlanden gearbeitet und den 2. Wiener Vertrag ausgehandelt. Er hatte die Einführung der Wein- und Tabaksteuer gestoppt, den gregorianischen Kalender in Großbritannien eingeführt und sich auf äußerst charmante Weise mit jedem angelegt, der nicht seiner Meinung war. Selbst der englische König und gar die Königin waren nicht selten Ziel seiner bissig liebevollen Attacken. Doch loswerden konnte man den streitbaren Chesterfield nicht, dafür war er einfach zu gut, zu gewitzt und unendlich versiert, wenn es um die Mittel friedlicher Diplomatie ging. Gegner unterstellten ihm die „Moral einer Hure“, doch konnte Chesterfield am Ende seines Lebens mehr als nur mit sich zufrieden sein. Man hatte schließlich sogar Ländereien in der neuen Welt nach ihm benannt! Nun hatte er also endlich Zeit! Doch wie er schon ein paar Jahre früher treffend erkannt hatte:

„Es ist eine unbezweifelte Wahrheit: je weniger man zu tun hat, desto weniger Zeit findet man, es zu tun. Man gähnt, zaudert, kann es tun, wann man will, und daher tut man es oft gar nicht.“

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Eine neue Aufgabe für den alten Chesterfield musste also her, um nicht aus lauter Langeweile zu verkalken. Durch die vielen, nicht gerade aufregenden Stunden auf den heimischen Sitzmöbel wurde er auf ein Problem aufmerksam, dass zwar schon viele Jahre herrschte, ihn in seiner aktiven Zeit aber nicht hinlänglich berührt hatte: die Sofas und Liegen seiner Zeit waren schlichtweg unkomfortabel und ihre Lehnen viel zu tief an der Sitzfläche angebracht. Man konnte sich also entweder halbliegend anlehnen, was für einen Gentleman wie Lord Chesterfield unmöglich ausgesehen haben muss und gerade für die sittsame Damenwelt durch ihre Reifröcke und die Cul de Paris erst gar nicht möglich war. Oder man war gezwungen, die ganze Zeit aufrecht und ohne anzulehnen an der Sofakante zu sitzen, was einem alten Mann wie Chesterfield schwer gefallen sein dürfte. Schon um sich selbst einen Gefallen zu tun, musste der Alte eine Lösung finden. Eine neue Sofaform musste erdacht werden! Und die sollte natürlich nicht nur das bestehende Anlehnproblem lösen, sondern durfte auch sonst den hohen Ansprüchen dieses Edelmannes gerecht werden. Chesterfield war klar, dieser schwierigen Aufgabe würde sich nur der Beste der Besten stellen können.

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Der Vater des britischen Klassizismus wagt sich an das Chesterfield Sofa

Chesterfield wandte sich an den berühmten Architekten und Möbeldesigner Robert Adam. Dieser galt schon zu Lebzeiten als Vater des britischen Klassizismus, eine ganz neue Stilart wurde gar nach seinem Namen benannt. Da Adam wie Chesterfield schon ein recht betagtes Alter erreicht hatte, wusste er ganz genau um die Probleme einer bequemen und gleichzeitig aufrechten Haltung. Er machte sich umgehend ans Werk und kreierte ein besonderes Möbelstück, das ganz seinem persönlichen Stil entsprach: unaufgeregt aber trotzdem beeindruckend, schnörkellos und trotzdem wertvoll, zeitlos aber immer irgendwie modern. Die Sitzfläche war nicht mehr so tief, die Lehne folgte der Sitzfläche in gerade Linie. Die breiten Armlehnen waren in der gleichen Höhe wie die Rückenlehne konzipiert, vermutlich um beim Lesen den Arm mit dem schweren Buch ablegen und entlasten zu können. Eine Zusatzfunktion, die den belesenen Chesterfield ganz bestimmt gefreut hat. Da Adam nicht viel von der Rokoko – Schnörkelei seiner Zeit hielt, sondern er vielmehr Augenmerk auf hochwertige und aufwändige Verarbeitung legte, wählte er als Bezugsstoff (für Sofas damals eher unüblich) robustes Leder. Dieses ließ er in Falten legen und mit Knöpfen am Rahmen befestigen. Dieser komplizierte Arbeitsschritt dauerte Tage und machte das Sofa nicht nur optisch äußerst auffallend, sondern auch überaus wertvoll! Leider hatten Chesterfield und Adam nicht viel von ihrer neuen Erfindung. Adam starb 1772, Chesterfield ein Jahr später. Aber sie konnten wenigstens für ein paar Monate richtig angenehm und dazu noch stilvoll sitzen! Wie es seitdem auf dieser berühmten und unnachahmlichen Sofaart noch viele Tausende nach ihnen gemacht haben. Chesterfield und Adam waren Leuchtfeuer ihrer Zeit und ein Chesterfield Sofa erinnert daran, dass man nie zu alt oder zu töricht sein kann, um für ein Problem eine unglaublich gute und tatsächlich Jahrhunderte überdauernde Lösung zu finden.

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Kult seit 1770 ! Es lebe Chesterfield!
Kult seit 1770 ! Es lebe Chesterfield!
Hinter jeden Erfindung steckt eine gute Geschichte von beeindruckenden Persönlichkeiten! Wie die des guten Earl von Chesterfield und seiner Suche nach einem perfekten Sofa!